NextCycle #006 – Wandel mit Wirkung: Björn Bartels über Amsys, Z2data & Obsolescence Management

(0:00 - 0:14)
Ja lieber Björn, herzlich willkommen zu meinem Obsolescence Management Podcast NextCycle. Freut mich, dass du da bist und stelle ich doch einfach mal kurz vor, sage ein paar Sätze zu dir. Super, danke dir Dominik, ich freue mich mega, dass ich mit dabei sein darf.

(0:15 - 0:32)
Ja, ich bin Björn, für alle, die mich noch nicht kennen, Björn Bartels, bin einer von zwei Geschäftsführern von der Firma Amsys. Wir sind jetzt gerade übernommen worden von Z2Data, dürfen jetzt also einem größeren Konzern sozusagen angehören. Beschäftige mich mein gesamtes Leben schon mit dem Thema Obsolescence, Obsolescence Management.

(0:33 - 0:42)
Bin in vielen Standardisierungen unterwegs, habe darüber Bücher geschrieben. Also wirklich ein Thema, was mir am Herzen liegt und was mir super viel Spaß macht. Ja, das steht perfekt zur ersten Frage hin.

(0:42 - 0:56)
Du bist jetzt schon wirklich lange in dem Space so aktiv. Fallen dir so vielleicht ein, zwei Punkte ein, was sich so in der Zeit verändert hat, grundlegend? Nicht nur ein, zwei Punkte. Ich mache das jetzt schon 20 Jahre, es hat sich richtig viel verändert in den letzten 20 Jahren.

(0:56 - 1:08)
Erstmal muss man glaube ich sagen, Obsolescence ist ja noch keine ausgereifte Management Disziplin, wie Projektmanagement oder ähnliches. Wenn du Projektmanagement bei Google eingibst, dann findest du weiß ich nicht wie viele tausend Einträge. Das bei Obsolescence Management ja noch nicht so ist.

(1:09 - 1:24)
Und ich glaube, da fangen wir an, vor 20 Jahren zum Beispiel, da musste man den Leuten erst mal überlegen, wie man Obsolescence überhaupt erst mal richtig schreibt. Das war da schon die Herausforderung. Dann, danach, glaube ich, die ersten Themen, die wir dann immer auch angegangen sind, wo wir Firmen unterstützen durften.

(1:24 - 1:48)
Da war der Fokus, als ich auch so gestartet bin, eigentlich wie kann man besseres Firefighting betreiben. Also die Reaktion war da sehr im Fokus, wo Unternehmen sich darauf fokussiert haben, wie kann ich besser auf Abkündigungen und Änderungen reagieren, erst mal nur rein. Wobei vor zehn Jahren dann der nächste Schritt eigentlich, die nächste Evolution, Obsolescence Management kann man fast sagen, eingeprägt ist, in Richtung Proaktivität.

(1:48 - 2:06)
Viele Unternehmen hatten schon reaktive Prozesse, wollten dann derzeit voraus sein, also gar nicht mehr auf die Probleme zu warten, sondern diese vorherzusagen, mit entsprechenden Algorithmen, mit Datenintegration. Was jetzt auch heute schon viele machen und ich glaube, es wird sich auch in den nächsten 20 Jahren noch so viel ändern. Es ist immer noch dieses Wort immer strategisch und so weiter.

(2:06 - 2:18)
Ich glaube, da arbeiten jetzt viele Unternehmen auch dran. Da geht es um Verträge, wie bringe ich Obsolescence Management schon früh in die Designphase rein. Ja, aber es ist immer ein bisschen schwierig immer so richtig zu greifen, weil teilweise ist es strategisch, auch proaktiv.

(2:20 - 2:33)
Total richtig, also ich meine, reaktiv ist erst mal abgegrenzt, ich mache so lange nichts, bis etwas eindrücklich reagiert. Das ist wirklich noch einfach. Das Proaktive, da möchte ich meiner Zeit voraus sein, ich möchte mit Vorhersagen, mit Daten, mit Aggregation und ähnliches machen.

(2:33 - 2:42)
Und strategisch ist dann, bedarf beides, also bedarf das Reaktive und das Proaktive. Ich glaube, ich setze das ein mit Köpfchen. Setze es ein mit Köpfchen, absolut richtig.

(2:43 - 3:02)
Oder vielleicht auch erst mal die Leute dazu zu bringen, wie setze ich es denn mit Köpfchen ein. Du brauchst die Management-Intention, wie bringe ich das richtig in Verträge rein, wie bringe ich Menschen und Tools zusammen und wie mache ich das innerhalb meiner Organisation oder wie kommuniziere ich auch, aber auch außerhalb meiner Kommunikation hinaus. Und wirklich mit diesen strategischen Gedanken ist richtig zu tun, reaktiv sowie auch proaktiv.

(3:02 - 3:17)
Sehr spannend. Was sind so die größten Veränderungen, die du aktuell in der Brüssel wahrnimmst? Ich glaube, aktuell, und da hat sich auch viel über die Zeit verändert, wir haben heute wahnsinnig viele Daten. Die gab es vor 20 Jahren in dieser Masse noch nicht.

(3:17 - 3:44)
Ich spreche jetzt nicht nur über Abkündigungen und Änderungen, sondern auch die Vorhersagen und technische Daten und Vergleiche und Environmental Compliance und was man da noch alles mit reinnimmt. Was das, glaube ich, im Moment eine Herausforderung ist, wo es früher schwierig war, an die Daten überhaupt erst mal ranzukommen, ist es heute schon fast erschlagen. Also was mache ich mit diesen ganzen Daten, die mir extern oder intern auch zur Verfügung stehen? Wie kann ich aus diesen Daten eine gewisse Intelligenz einfach herstellen? Und ich glaube, das ist eine aktuelle Herausforderung, dass man nicht von diesen Daten erschlagen wird am Ende des Tages.

(3:45 - 3:59)
Ja, da vielleicht auch gerne noch eine Rückfrage. Das Thema, meine Wahrnehmung ist ganz oft, dass so die anderen Bereiche, Mechanik und Chemie, vielleicht ein Coding oder so, das wird oft heute noch vernachlässigt. Der Fokus immer noch viel zu stark auf Elektronik.

(3:59 - 4:13)
Das ist deine Position. Kann ich 100 Prozent mitgeben. Ich glaube, es ist auch dadurch getrieben, dass die Lebenszyklen in der Elektronik natürlich erst mal schon sehr kurz sind, aber auch immer noch kurzlebiger werden in so einer kurzen Zeit, wo vielleicht mechanische Komponenten noch einen längeren Lebenszyklus haben.

(4:13 - 4:27)
Heißt, die nicht in dem Primärfokus stehen. Das heißt ja aber nicht, dass man damit nicht Probleme hat, weil auch mechanische Items, Chemikalien und Ähnliches, sind unglaublich schwer zu ersetzen. Wenn man auch über Forecasting spricht, das funktioniert über technologiebasierte Vorhersagen.

(4:27 - 4:35)
Also wie lange wird es wohl welche Technologie auf den Markt geben? Das funktioniert natürlich bei Elektronik auch super. Da gibt es auch sehr historische Daten. Das ist für Non-Elektronik schwieriger anzusetzen.

(4:36 - 4:42)
Ich denke, da können wir einen Rahmen DDR4, DDR3, DDR2. Kann man sich gut vorstellen. Wie sich das weiterentwickelt.

(4:43 - 4:51)
Jetzt bin ich sicherlich kein Chemiker. Auch Chemien werden sich weiterentwickeln oder sowas. Aber ich weiß nicht, wie das Forecasting ergeht, muss ich ganz ehrlich sagen.

(4:51 - 4:56)
Oder wie man das da ansetzt. Und vielleicht ist es auch aus dem Grund ein bisschen aus dem Fokus raus. Software wird immer mehr ein Thema.

(4:57 - 5:03)
Also um Software sollte man sich kümmern. Sprich dann von Software-Bombs, die ich benötige und Ähnliches. Weil die halt auch immer schnelllebiger wird.

(5:04 - 5:17)
Und ich glaube, wir kennen das auch aus dem privaten Bereich. Was machst du, wenn dein Rechner vielleicht noch toll funktioniert, aber es das Operating-System einfach nicht mehr gibt, nicht mehr supported wird? Dann bist du anfällig für Viren und Ähnliches. Also kann das auch gleiche Konsequenzen haben, als wenn ein Chip einfach nicht mehr funktioniert.

(5:17 - 5:27)
Ja, ich glaube, da war ein ganz gutes Beispiel. Ich bin jetzt auch neu, ich begegnete das in Bosel. Lautsprecher, welcher aufgrund einer Software-Abkündigung nicht mehr funktioniert.

(5:27 - 5:32)
Das war in den News vor zwei Wochen oder Ähnliches. Ich habe es auch so gelesen. Ich musste wirklich schmunzeln an dieser Stelle.

(5:32 - 5:42)
Also auch im kommerziellen Bereich ist das ein Thema. Ja, lass uns vielleicht jetzt in eine andere Richtung gehen. Ganz oft hatte ja in der Vergangenheit Obsolescence-Management einfach kein gutes Standing in den Unternehmen.

(5:42 - 6:00)
War eher vielleicht eine Pflichtaufgabe. Nimmst du wahr, wenn du so auf eure Kunden guckst, dass dieser Wert von Obsolescence-Management mehr gesehen wird, dass sie mehr strategisch arbeiten? Nicht nur so als sie müssen es machen, sondern sie wollen es machen, weil es ihnen was bringt. Also von der Vorgehensperspektive würde ich schon sagen, ja.

(6:00 - 6:07)
Aber ich glaube, man muss da auch eine Unterscheidung machen. Insbesondere bei größeren Unternehmen ist das schon sehr wohl ein Thema. Und das ist auch deutlich stimulanter geworden.

(6:07 - 6:19)
Das ist endlich beim Management angekommen. Speziell mit den ganzen Supply Chain Disruptions, mit den Lieferkettenunterbrechungen, die wir so die letzten Jahre alle durch sind und Shortages, haben halt auch viele Unternehmen gemerkt, das kann wirklich wehtun, sich nicht darum zu kümmern. Und dann ist die Attention da.

(6:20 - 6:27)
Also es wird sich da mehr darum gekümmert. Bei kleineren und mittelstädtischen Unternehmen ist vielleicht auch noch eine Hürde da. Und das ist noch nicht so angekommen.

(6:28 - 6:49)
Weil klar, es braucht ein Invest, um auch Sachen richtig zu machen. Diesen Business Case auch sauber zu transportieren, das dem Management beizubringen, dass es schon sehr wohl Sinn macht. Also dass es eben nicht nur eine Pflichtaufgabe ist, sondern wenn es sauber funktioniert, unglaublich hilfreich ist, die Sustainability und Nachhaltigkeit, und damit meine ich jetzt nicht Grün, sondern Nachhaltigkeit von Produkten, Langlebigkeit wirklich zu unterstützen.

(6:50 - 7:05)
Auch für jeden Business Case, diesen abzusichern von Unternehmen. Ja und es hilft dir auch ungemein, wenn ich jetzt an die Engineering-Organisation denke, bei der Planung. Weil ich kann ja dann eigentlich sagen, ich planfeste Zyklen ein für meine Produkte und kann auch entsprechend im Hintergrund Kappa planen.

(7:05 - 7:11)
Das wäre der Idealfall. Ich meine, ein Thema, von dem wir uns ja immer so ein bisschen abgrenzen, ist diese geplante Obsoleszenz. Der eine war auch von Schwachstellen.

(7:12 - 7:30)
Ich finde das immer ganz schön, wenn man geplante Obsoleszenz mal anders versteht. Was wäre, wenn wir wirklich Obsoleszenz planbar machen? Was sagst du? Geplante Redesigns. Geplante Redesigns in mehreren Zyklen und auch das ganze Thema Obsoleszenz visible machen über Produktlebenszykluskosten am Ende des Tages.

(7:30 - 7:47)
Weil die möchte ich ja so gering wie möglich halten. Und hier wirklich mit geplanten Schritten schon während der Designphase hindurch, durch meinen gesamten Lebenszyklus, hier wirklich mich um Obsoleszenz kümmern. Und dann ist geplante Obsoleszenz, also ich habe es planbar gemacht, wirklich ein sehr schönes Thema und eine schöne Versicherung, die ich dann abgeschlossen habe.

(7:50 - 7:56)
Ich habe da auch sehr viele spannende Ideen in dem Bereich. Das müssen wir mal in der Zukunft noch vertiefen. Ich glaube, wir kennen uns jetzt schon ein bisschen.

(7:56 - 8:15)
Wir werden da weiteres Brainstorming betreiben. Da bin ich mir sicher. Definitiv.

Ja, lass uns so einen kleinen Switch machen. Ja, Amsys ist ja so eigentlich im Consulting, in der Beratung gestartet und hat sich dann so zum Softwareunternehmen, ich sag mal, gemausert. Du hast auch so recht, ja.

(8:18 - 8:37)
Was war so euer Auslöser? Dass ihr diese Transformation angestoßen habt? Unsere Kunden, der Bedarf bei unseren Kunden. Wir haben tolles Feedback bekommen über reaktive Prozesse, proaktive Methoden, die wir bei Kunden implementieren durften, die auch zum Leben erweckt haben. Und dann haben wir das Feedback von den Kunden bekommen, dass das tolle Prozesse sind, dass alles super funktioniert, aber unglaublich manuell aufwendig.

(8:38 - 9:02)
Und dann gibt es Excel-Spreadsheets, Datensilos an den verschiedensten Stellen. Das wird mit Outlook-Remindern gearbeitet. Informationen gehen verloren, gehen vielleicht nicht dahin, wo sie eigentlich hinkommen sollen und haben uns Kunden die Frage gestellt, hey, Jungs von AMSYS, oder Mädels von AMSYS, kennt ihr nicht eine Applikation, die einfach Prozesse sauber steuern kann, wo ich das zentralisieren kann, wo ich externe, interne Daten mit zusammenkriege, die das einfach macht? Und dann haben wir gesucht.

(9:03 - 9:10)
Und wir haben nichts gefunden, weil typischerweise passt das nicht. Ich kann mir vorstellen, dass ihr vorher Anforderungen auch gehabt habt. Natürlich, man hat so seine eigenen Ideen.

(9:10 - 9:26)
Man hat vielleicht auch schon über die Jahre gemerkt, was hat funktioniert, was hat nicht so funktioniert. Und wenn du auf dem Markt bist, dann fängst du halt an, was zu bauen. Und da haben wir schon von Anfang an tolles Feedback bekommen, auch von den Bedarfen unserer Kunden.

(9:27 - 9:49)
Man muss natürlich auch sicherstellen, dass man nicht am Markt vorbei entwickelt. Ja, das ist das Wichtigste. Da beneide ich tatsächlich auch die Amerikaner, weil die halt in sehr, sehr frühen Phasen ihre Kunden schon mit einbeziehen und lieber dann früh scheitern und es wieder probieren, als wir Deutschen, die doch manchmal so ein bisschen over-engineeren und dann am Ende feststellen, hätten wir das nicht geschaffen.

(9:49 - 10:03)
Man kann es zwar einfordern, aber Kunden müssen dann auch mitspielen. Und die geben uns so tolles Feedback, bis heute. Da könnte jeder sagen, Mensch, ist eure Software nicht bald mal fertig? Ist die nicht ausentwickelt? Wenn ich das sagen würde, dann ist sie, glaube ich, genau in dem Moment schon selbst obsolet.

(10:04 - 10:24)
Bis heute ist es das Kundenfeedback, was wir benötigen, um wirklich auch uns stetig weiterzuentwickeln. Klar, und dann kommen ja neue Features, die die Kunden brauchen, also in der Beziehung, die man einfach auch über Jahre hinweg aufbauen durfte. Da bin ich wahnsinnig glücklich drüber.

(10:24 - 10:34)
Ja, lass uns vielleicht nochmal so einen Blick werfen, es war ja auch intern bestimmten Herausforderungen. Davor hattest du halt mehrere Consultants, die natürlich regelmäßig Beratungsprojekte abgewickelt haben. Da hast du da auch einen gewissen Switch gemacht.

(10:35 - 10:43)
Wie ist euch das gelungen? Es ist ein totaler Mindset-Change. Ich meine, ich bin Wirtschaftsingenieur vom Hintergrund. Ich hatte nicht so viel IT-Verständnis überhaupt erstmal gehabt bei den Projekten.

(10:43 - 10:50)
Und ich meine, du kennst dich da auch wunderbar aus. Du hast so ein Projekt, es wird zum Erfolg, du hast ein Projektabschluss, es geht das nächste Projekt an. Das ist ja sehr strukturiert.

(10:51 - 11:01)
Bei der Software ist das anders, weil, wie ich vorhin schon sagte, die ist ja nie fertig. Es ist ein iterativer Prozess. Da bin ich sehr froh, dass ich die Firma mit dem Hans-Georg zusammengründen durfte.

(11:01 - 11:21)
Der hat den IT-Background und hat da natürlich ganz, ganz viel reingesteuert. Für mich wahnsinnig toll, weil ich habe über die letzten Jahre, wo wir uns eben gemausert haben zu einem Softwarehaus oder Software-as-a-Service-Anbieter, ich habe wahnsinnig viel lernen dürfen noch über die letzten Jahre. Aber es ist ein Mindset-Change und den muss man auch erstmal durchgehen.

(11:21 - 11:30)
Absolut, auch innerhalb der Unternehmung. Ja, vielleicht aus der Zeit fallen dir so ein, zwei Herausforderungen ein. Große Herausforderungen, wo man ein bisschen zu knabbern hat.

(11:33 - 12:20)
Herausforderungen, nochmal der Mindset-Change, das tut sich nicht von A nach B, das ist ein Prozess-Change innerhalb der Organisation. Herausforderungen natürlich, einfach auch damit klarzukommen, dass man bei einem Software-Development erst ein bisschen später merkt, weil es einem prägt, dass man vielleicht auch mal in die falsche Richtung läuft und dann eine Entscheidung zu treffen, A Moment, wir müssen hier stoppen, gehe zurück auf Los, wir fangen doch nochmal von vorne an, weil am Ende des Tages, klar, es ist ein Business-Case auch für uns und da kann man schon mal hier und da ein bisschen Geld versenken, auch am Ende des Tages. Zum Glück ist das nicht so häufig passiert, aber klar, ich habe da immer für mich den Leitsatz, lieber ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

(12:20 - 12:25)
Sehr gut. Und es gibt ja auch keine schlechten Entscheidungen. Keine Entscheidung zu treffen, ist definitiv eine schlechte.

(12:25 - 12:32)
Also, absolut richtig, man sollte rechtzeitig genug gegensteuern versuchen und Entscheidungen treffen. Auch wenn es sich manchmal tut. Absolut.

(12:33 - 12:53)
Vielleicht auch so in deine persönliche oder tägliche Arbeit geblickt, hat sich da was verändert, im Sinne von Beratung zur Software? Ja, natürlich. Es sind andere Prozesse. Beratungsprojekte laufen komplett anders.

(12:54 - 13:00)
Heißt, wir mussten uns auch umstellen, das ist meine tägliche Arbeit. Wir kriegen ja bis heute immer noch ganz, ganz tolles Kundenfeedback. Und das ist auch vielleicht eine Herausforderung, das hat sich geändert.

(13:00 - 13:17)
Wie können wir das sauber dokumentieren, Channeln auch herausfinden, was ist wirklich wichtig und relevant. Wir haben vielleicht sogar mehrere Kunden, die gleichen Themen. Wir müssen ja unser Development-Team nicht einfach klonen an dieser Stelle.

(13:19 - 13:29)
Und immer nur mehr Leute einzustellen, und das musste ich auch erst lernen, nur weil man ganz, ganz viele Developer hat, heißt das nicht zwangsläufig, dass ein Produkt auch schneller fertig wird. Weil die müssen ja auch noch zusammenarbeiten, das muss alles passen. Das war definitiv eine Herausforderung.

(13:30 - 13:51)
Klar, und sie brauchen ein Roadmap, dass sie sich auch dann orientieren können. Dass wir alle an einem Strang ziehen, nicht die einen machen das, die anderen machen das und wir sind zentralisiert, wir wollen gemeinsam arbeiten. Am besten alles mit APIs verbunden, überall drauf Zugriff, einfach verarbeitbar.

(13:52 - 14:03)
Absolut, und ich meine, das ist ja toll, wir leben in einer Welt, wo das wirklich möglich ist, heute alles mit APIs zu verbinden. Da hätte ich jetzt mal 20 Jahre zurückgedacht, das ist ja undenkbar. Und was wir heute alles mit den modernen Technologien bauen können, super.

(14:05 - 14:24)
Ja, lass uns ein neues Themenfeld wechseln. Was ist so deine Best Practice in Sachen Datenqualität und was sollte man da achten? Es hat so viele Perspektiven, glaube ich, und ich könnte eine halbe Stunde darüber philosophieren, wie wichtig Datenqualität ist. Es fängt ja wirklich schon ganz vorne an.

(14:25 - 14:40)
Also, was definitiv schlechte Daten sind, sind dezentrale Excel-Spreadsheets irgendwo oder nur das Wissen in den Köpfen Einzelner. Datenqualität ist wichtig in-house. Ich muss sauber wissen, meine Bill of Material, was habe ich eigentlich gebaut, was muss ich geben, jedenfalls maintain, Instandsetzen und Ähnliches.

(14:40 - 15:01)
Da spreche ich nicht mehr über Obsoleszenz, sondern ich brauche eine saubere Konfiguration. Das ist in-house. Datenqualität denn im rein reaktiven, was prasselt auf mich ein? Sind die Informationen, die ich als Abkündigung der Änderung bekomme, eigentlich vollständig ausreichend, sodass ich in meinem Unternehmen überhaupt erstmal gute Entscheidungen treffen kann, rein reaktiv? Jetzt komme ich zum Proaktiven.

(15:01 - 15:21)
Wie gut sind meine Vorhersagen jetzt von Datenbanken, wenn ich Obsoleszenzen vorhersage, aber vielleicht auch in-house. Wie kann ich denn meinen zukünftigen Vidaf vorhersagen? Wie sind da die Datenqualitäten? Und du merkst schon, ich rede hier noch die nächste halbe Stunde drüber. Hättest du denn jemanden vortragen können? Nächste Woche in Würzburg.

(15:21 - 15:27)
Ich freue mich drauf. Nur über Datenqualität hauptsächlich. Sehr gut, weil es ist essenziell.

(15:27 - 15:38)
Interessant finde ich immer, wenn man mit Obsoleszenzmanagement anfängt, kommen so ein paar Datenleichen immer hoch. Wo ich denke, es gibt doch auch andere Abteilungen innerhalb des Unternehmens, die einfach auf gute Daten angewiesen sind. An den Einkauf.

(15:39 - 15:47)
An die Entwicklung, genau. An die Entwicklung, die nicht ausreichend ist. So Blindleistung.

(15:47 - 16:07)
Ja, das muss visible gemacht werden, um das natürlich auch wirklich mal darzustellen. Und da gibt es ja diese schöne Regel, wenn ich jetzt ans Konfigurationsmanagement denke, ISO 10007, worum kümmert die sich eigentlich? Die kümmert sich darum, die richtigen Informationen in der richtigen Qualität zur richtigen Zeit von den richtigen Personen im Unternehmen verwendet zu wissen. Das ist eine Grundvoraussetzung.

(16:07 - 16:20)
Ohne das wird das mit dem Obsoleszenzmanagement schwierig. Nee, das kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich sage mal, lass uns mal einen Blick auf den EMS-Level werfen.

(16:21 - 16:38)
Was ich da so häufig bemerkt habe, ist, dass dann so die Qualität, oder besser gesagt, die Transparenz über die Stückliste ganz oft fehlt. Oder nicht beim EMS-Level selbst, sondern dann bei seinem OEM dahinter. Was sind das so eure Erfahrungen? Ich weiß gar nicht, ob das so EMS-spezifisch ist.

(16:38 - 17:06)
Man kann das Beispiel eines EMS nehmen, man könnte es aber auch bei einem OEM nehmen, bei einem Kunden, bei einem Kundenzulieferer, aber auch bei Betreibern von Systemen genau das Gleiche. Es ist erschreckend, mit wie viel wenig Datenqualität einige Unternehmen es tatsächlich sehr erfolgreich schaffen, ja dann doch irgendwie zu überleben, muss man ja fast sagen. Und wenn man sich dann die Frage stellt, wie viel besser würde es denen gehen, auch vielleicht finanziell oder vom Unternehmenserfolg, wenn doch von vornherein eigentlich schon gut auf Datenqualität geachtet worden sind.

(17:06 - 17:25)
Und genauso wie du natürlich. Ich sehe teilweise chaotische Stücklisten, da geht es dann natürlich darum, und das ist teilweise auch so ein Vorprojekt, bevor man erstmal mit dem Obsoleszenzmanagement startet, entsprechend über Data Cleaning. Wir machen erstmal saubere Daten überhaupt, um uns in die Lage zu versetzen, danach gute Entscheidungen zu treffen.

(17:26 - 18:03)
Ja, das ist eigentlich auch ein spannender Punkt. Was würdest du so sagen, was sind so diese Hauptherausforderungen, wenn man jetzt versucht, die Daten aufzubereiten, um sie in die Software zu bringen? Die Hauptherausforderungen, man spricht ja recht schnell von Matching oder Ähnliches, ein Beispiel vielleicht auch von dem EMS, es ist eine elektronische Komponente definiert, aber es fehlt zum Beispiel die Verpackungseinheit. Bei dem, der die Stückliste mal designt hat, das ist ja meist nicht der EMS-Assistent, das ist dann die Person, die Design Authority hat, natürlich ist das der erstmal egal, ob jetzt der Widerstand, wie auch immer, auf der 3.000er, 5.000er, 10.000er Rolle bekommt, weil die müssen es ja nicht kaufen, die gucken ja aus der Engineering-Sicht drauf.

(18:04 - 18:26)
Heißt, aus Engineering-Sicht kann diese Spezifikation gerne fehlen, aber wenn es dann wirklich mal ins Doing geht, für den EMSler, oder der es später machen muss, ist es ja schon relevant. Und das ist ja auch das Matching, weil natürlich, es werden auch bestimmte Gewindegrößen und Ähnliches abgekündigt, das ist eine super Herausforderung. Ja, und vielleicht auch der Punkt, dass der EMSler eigentlich rein hypothetisch das gar nicht einsetzen dürfte.

(18:26 - 18:54)
Ja, wie ist das mit Freigaben? Auch auditsmäßig, wenn der sagt, hier verbaut den Typ, es ist nicht genau definiert. Total, und dann muss man auch sagen, wir arbeiten, du so wie wir auch, ja in hochregulierten Industrien, Luft- und Raumfahrt, Automotive, Bahn, mit sicherheitsrelevanten Systemen, da kann man nicht einfach mal schnell daran rumschrauben und was anderes nehmen. Man verliert die Zulassung, das kann im Worst Case Leben kosten.

(18:55 - 19:13)
Ja, oder dann die Firma das Leben kosten, weil dann Rückruf kommt, weil vielleicht auch eine Konfiguration jetzt draußen ist, die nie draußen sein dürfte. Natürlich, man sieht es im Automotive-Bereich, wie häufig gibt es Rückrufe und Ähnliches. Wenn man das mal runterverfolgt, liegt es teilweise an, nicht guter Datenqualität als Ursprung.

(19:14 - 19:40)
Ja, lass uns hier so einen kleinen Switch machen in Richtung Markt. Wie würdest du so die Stimmung beschreiben, auch bei vielen Kunden? Sind die eher reaktiv unterwegs oder schon reaktiv und proaktiv? Oder nur proaktiv? Also nur proaktiv macht immer keinen Sinn. Nur proaktiv macht erstmal keinen Sinn, weil auch wenn man natürlich versucht, möglichst viel vorherzusagen, der Zeit voraus zu sein, man wird es nicht zu 100% schaffen, man braucht ja immer die Reaktivität und da auch saubere, stabile Prozesse.

(19:42 - 19:57)
Entsprechend auch, ich würde sagen, Großteil der Unternehmen, und ich gucke jetzt mal primär auf den Dachmarkt, reaktiv sind, glaube ich, die meisten schon sehr gut aufgestellt und so weiter. Da kann man noch mehr automatisieren und Ähnliches. Und nochmal der Switch, ich glaube, wir sind gerade in der Zeit, dass wirklich viele jetzt auch in diese Proaktivität hinein switchen.

(19:57 - 20:08)
Die Awareness ist viel mehr da. Das Strategische fehlt noch, was wir vorhin hatten. Wie gestalte ich Verträge? Auch immer wieder ein wichtiges Thema.

(20:10 - 20:31)
Auch Kostenübernahmen. Wer bezahlt am Ende hier eigentlich für was? Und es ist schön, man sieht so Verträge auch, da wird alles bis ins kleinste Detail runter definiert. Aber am Ende des Tages stellt sich keiner die Frage, was passiert, wenn das nicht so eintritt? Mein Lieferant oder sogar mein Kunde, die Sachen nicht einhält, weil zum Beispiel keine Konsequenzen dran geknüpft sind.

(20:31 - 20:53)
Dann ist der Vertrag vielleicht auch nur so viel wert, wie das Blatt Papier, auf dem er mal gedruckt worden ist. Siehst du vielleicht auch so eine Veränderung zwischen einerseits Herstellern, Distributoren, aber auch Datenbankanbietern? Wird das kollaborativer oder hilft da eine Entwicklung? Ich glaube schon. Das sieht man alleine schon, ohne jetzt ins Detail zu gehen, wo welche Verträge laufen, auch zwischen denen.

(20:54 - 21:06)
Sowas dürfen wir nicht offenlegen. Aber man sieht es an der Masse der Daten, die jetzt verfügbar ist und dem massiven Qualitätsanstieg an Daten. Heißt ja, es ist auch da die Kollaboration auf alle Fälle angewachsen in den letzten Jahren.

(21:09 - 21:27)
Und in der Zusammenarbeit nochmal der Blick in Richtung der Aufkauf von euch durch Z2 Data. Wo siehst du da an der Stelle die potentiellen Zusammenarbeitsmöglichkeiten? Das ist ganz interessant, weil ich hatte ja Olli gestern hier. Der hat auch ein bisschen was erzählt und jetzt habe ich so die andere Seite.

(21:28 - 21:38)
Sehr schön. Dann bin ich mal gespannt, wenn ich dann auch Ollis Teil später mal höre, ob wir so ungefähr das Gleiche erzählen. Also ich glaube, am Ende des Tages, es macht einfach Sinn.

(21:39 - 21:58)
Wo Z2 Data tolle Daten liefert, ist und bleibt Z2 Data, oder war, bevor wir jetzt zusammen sind, bieten sie an, und das ist die Value Proposition, Data as a Service. Gute Daten zu haben im Unternehmen. Was wir machen mit unseren Workflows und Aktionen, die wir von den Daten ableiten, ist ja mehr Process as a Service.

(21:58 - 22:38)
Und das passt nachher einfach perfekt zusammen, um in diesem Zuge dessen einer Plattformisierung, könnte man fast sagen, das gemeinschaftlich anzubieten, unseren gemeinsamen Endkunden, um hier eine vollständigere, eine noch bessere Lösung, als wir es vorher getrennt hätten machen können, auf dem Markt anzubieten, um unsere Kunden noch leistungsfähiger zu machen. Klar, und ich sage mal, die Wahrnehmung ist ja, dass ihr sehr, sehr stark seid im Case Management vor allem. Und das kann man natürlich auch im Bereich, wo es jetzt um die ganze Deklaration von Materialien geht, kann man viel weiter ausdehnen.

(22:39 - 22:44)
Total. Und unsere Kunden machen das teilweise schon. Natürlich, der Doping, das ist meistens eine Obsolescence Case Management.

(22:45 - 23:12)
So, dann sprechen wir über Obsoleszenzen. Aber ich kann genau das gleiche Case Management System natürlich nutzen, genau wie du sagst, für Environmental Compliance Themen, auch für Supply Chain Themen, für alles Mögliche eigentlich innerhalb meines Unternehmens. Aber was mich interessiert ist, dem, der das Problem hat, gar nicht so sehr, habe ich gerade ein Problem wegen Obsoleszenz, weil ich irgendwelche Regularien nicht einhalte oder weil ich es irgendwie in der Distribution gerade nicht bekommen kann.

(23:12 - 23:42)
Am Ende möchte ich einfach die richtige Ware zum richtigen Preis am richtigen Ort auch bei mir vor der Tür haben. Also, wir können hier alle Themen in einem gemeinsamen Case Management abbilden, was natürlich nachher auch auswertbar ist, wir KPIs daraus bekommen und Ähnliches, aber vielleicht da auch mal so eine direkte Frage. Es gibt ja da draußen sehr viele Tools, die auch sagen, sie nehmen auch die Einkaufskomponente mit, ermöglichen da Zusammenarbeit, aber auch Preisvergleich und dergleichen.

(23:43 - 24:09)
Ist das so etwas, was bei euch auch mal in Zukunft interessant werden könnte? Weil ich bin mir sicher, dass der andere Kunde da schon angeklopft hat. Ich lasse jetzt mal nicht so zu tief in unsere Product Development Roadmap blicken an dieser Stelle, aber natürlich, diese Daten können wir dann auch mal um hier auch möglichst schnell Preise und Ähnliches, Vergleiche anzuziehen. Wo kriege ich eigentlich bei welchem Distributor was, zu welchem Preis, über die Abnahmemengen.

(24:09 - 24:21)
Aber auch da komme ich wieder zurück auf gute Daten. Natürlich muss ich dann auch meine Abnahmemengen und Ähnliches hinbringen, weil ansonsten würde jede Kalkulation querschlagen. Da sind wir auch heute noch nicht perfekt aufgestellt, aber stay tuned.

(24:21 - 24:40)
Nochmal, wir werden uns immer weiterentwickeln. Das Thema war überhaupt schon der Einsatz von Software. Was ich da draußen sehe, auch bei Kunden von mir, die keine Software einsetzen, ist schon sehr drastisch.

(24:40 - 24:53)
Teilweise Dubletten in einem System, die sie nicht kennen. Die zahlen für unterschiedliche Internetteile unterschiedliche Preise, wo es das gleiche Teil ist, die höhere Mengen haben. Klar, der Distri sagt auch, ihr seid selber schuld, wenn ihr keinen Plan habt über eure Daten.

(25:00 - 25:13)
So ist es. Lass uns mal ein bisschen zu dem Blick in Richtung, was so in den Bereichen stehen kann, werfen. KI hatten wir jetzt auch hier beim IOM öfters bei Vorträgen die Thematik.

(25:13 - 25:29)
Was denkst Du, was wird KI im Obsoleszenzmanagement verändern? Aber wo kann es uns da auch helfen? Also KI verändert heute schon was im Obsolesznezmanagement. Weil jetzt gerade kurzfristig, wo wird KI auch heute schon eingesetzt? Das ist ganz klar. Beim Matching, bei der Datenbereinigung, weil KI kann ja recht schnell Pattern erkennen.

(25:29 - 25:41)
Selbst wenn ich Datenblätter aus PDFs und hoffentlich nicht mehr ausgedruckt oder ähnliches digitalisieren möchte. KI hilft uns heute schon, unsere Forecasting-Algorithmen zu verbessern. Also es ist nicht, wie wird KI uns verändern, sondern wir sind schon mittendrin.

(25:42 - 26:05)
Ich habe immer noch so eine langfristige Vision, aber auch dahinter, wo wir heute über Daten sprechen, wo uns KI natürlich schon hilft. Und nochmal, was kann auch mittel- bis langfristig passieren? Dass auch im Case-Management natürlich auch KI hier eingesetzt werden kann. Man also nicht mehr Datenfelder befüttern muss, sondern die KI basierend auf historischen Cases lernt.

(26:07 - 26:23)
Wo muss ich als Obsoleszenzmanager eigentlich drauf schauen? Oder vielleicht hatte ich schon mal einen ähnlichen Fall, den ich erfolgreich gelöst habe. Und da kann mich dann natürlich eine KI drauf hinweisen. Hey, möchtest Du das nochmal machen? Also auch hier die Workflows nochmal einfacher zu machen mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz.

(26:23 - 26:34)
Das ist ein spannender Punkt. Ich stelle mir da auch vor, ich habe jetzt einen Blumenstrauß von tausend OS-Fällen. Dann sehe ich da sogar, was waren jetzt die erfolgreichen Schritte.

(26:34 - 26:41)
Habe da dann wieder Best Practice, was ich heute vielleicht nicht hatte, weil ich einfach nicht so tief in die Daten reingehen kann. Einen Punkt. Aber auch so weiter zu gehen.

(26:42 - 26:49)
Man kann mit KI viel tiefer reingehen. Plus ja auch viel einfacher visualisieren am Ende des Tages. Nein, das ist ein richtig guter Punkt.

(26:49 - 27:05)
Und ich denke auch, was ich auch sehe ist, dass wir in Zukunft schon Vorschläge bekommen für Entscheidungen. Dass KI schon Business Models für uns durchrechnet und dann sagt hier, ich habe die drei Varianten, das hier ist die günstigste vielleicht, das hier passt zu einem Redesignplan, der auch verknüpft ist. Absolut richtig.

(27:06 - 27:14)
Und ich sage mal, das ist ja auch meine Vision, dass ich eigentlich die Unterstützung der KI nehme. KI wird uns nicht die Arbeit wegnehmen. Also daran glaube ich nicht.

(27:14 - 28:00)
Aber sie wird ja ein unterstützender Faktor. Und ich glaube, wo man sich vorbereitet zu bekommen mit entsprechenden Entscheidungsvorlagen. Weil natürlich kann ich Entscheidungsvorlagen bauen in dem Moment, wenn ich gute Daten habe, wenn etwas obsolet wird, ich aber auch gleichzeitig weiß, kann ich das noch irgendwo kaufen? Wenn ja, zu welchem Preis? Ist das in guter Qualität da? Gibt es Replacements, ja oder nein? Was mein interner Bedarf ist? Habe ich Lagerbestand? Habe ich eine gute Kombination zu definieren? Klar, oder ich gehe dann in die Iteration und sage, ich nehme mal hier die Entscheidung 1, lasse sie dann noch weiter anpassen, tue nochmal nacharbeiten.

(28:00 - 28:07)
Total richtig. Und nochmal, wir sind schon heute im KI-Zeitalter, aber ich glaube, da wird auch noch einiges passieren auf Systemsmanagement. Ich denke auch.

(28:07 - 28:30)
Glaubst du, zu heutiger KI, dass du schon Entscheidungen durchführen lassen kannst? Dass KI die Entscheidung trifft? Ich glaube nicht, dass wir das machen sollten. Nochmal, wir sind in diesen regulierten Industrien was nicht in der KI-Zeit ist oder ähnliches. Nein, Entscheidungsvorlagen, wirklich Daten zu aggregieren, die Intelligenz aus Daten herauszuziehen als Entscheidungsvorlage.

(28:30 - 29:02)
Der Mensch allerdings als Fachmann, weil natürlich auch doch einige Verknüpfungen bei der KI heute zumindest noch nicht da sind, aber den Menschen am Ende des Tages die Entscheidung treffen lassen. Die ganze Vorarbeit allerdings deutlich mehr automatisierter, einfacher und auch schneller überhaupt erst mal zu diesem Punkt zu kommen, ist ein großes Thema. Ich kann einen Prompt eingeben, wenn ich jetzt an die textbasierten Systeme denke, aber ich habe keine replizierbaren Ergebnisse.

Und damit habe ich auch keine replizierbaren Entscheidungen. Absolut richtig. Kann ich so unterschreiben.

(29:03 - 29:31)
Ja, vielleicht auch jetzt zur KI. Weg von Obsolescence-Management hin zu einem Unternehmen. Wo hilft euch KI aktuell in eurem Unternehmen? Wie ich vorhin schon ausgeführt habe, beim Matching, bei der Datenaufbereitung oder ähnliches.

Aber auch selbst im Software-Development ist ja KI auch ein Unterstützungsfaktor. Das heißt, selbst bei der Produktion unserer eigenen Applikationen nutzen wir natürlich heute schon KI, um noch schneller, noch bessere Features zu bauen und diese schneller auszurollen. Aber auch beim Quality-Check.

(29:32 - 29:40)
Ja klar. Und dann hat man, ich sage mal, so einen kleinen Mann auf der Schulter sitzen, der mit dir iterativ durchgeht und deinen Code optimiert. Absolut richtig.

(29:41 - 29:48)
Sehr, sehr spannend. Dann tue ich hier nochmal auf meinen Spickzettel gucken. Und ich trinke noch einen Schluck Wasser.

(29:50 - 30:21)
Was denkst du, wie wird KI so die Arbeit der Menschen verändern? Unterstützend, wie ich vorhin schon gesagt habe. Ich glaube, dass auch so repetitive Aufgaben, die auch unangenehm sind. Wer möchte repetitive Aufgaben machen? Dass hier uns die KI wirklich unterstützen kann, uns dieses abzunehmen.

Also Arbeit, die eigentlich, muss man sagen, wehtut. Das wird unterstützend sein. Die Entscheidung, das ist eigentlich sehr mit der Frage vorher oder eigentlich schon fast beantwortet, hier einfach schneller zu Entscheidungsrouten hinzukommen.

(30:22 - 30:36)
Ja, ich denke auch an der Stelle, die Menschen, die KI einsetzen, haben halt einen Wettbewerbsvorteil gegenüber denen, die es komplett ablehnen. Aber es wird eher so ein Effizienzbooster sein als komplett ersetzend. Ganz oft.

(30:36 - 31:01)
Total. Das ist es schon heute. Ja.

Lass uns auch nochmal einen weiteren Blick in die Zukunft machen. Was ist so eure Vision für die nächsten fünf Jahre bei Amsys? Gibt es da so ein paar Punkte, die ihr da so in Gedanken habt, die natürlich auch öffentlich bekannt werden dürfen? Also ohne jetzt unsere Product Roadmap natürlich komplett offen zu legen, was wird als nächstes passieren, gerade nach der Acquisition durch Z2Data. Natürlich auch Unruhe, alles aneinander anzugleichen.

(31:01 - 31:07)
Ach, gar nicht so viel Unruhe. Wir haben da ein paar Vorteile, dass wir schon sehr ähnlich eigentlich auch strukturiert sind. Zum einen vom Mindset, zum anderen aber allerdings auch von der Codebasis.

(31:07 - 31:34)
Das ist natürlich dankbar. Dass wir hier auf alle Fälle in eine mehr Unified-Plattform gehen werden, die Vorteile von beiden Unternehmen hier einfach zusammenbringen mit der guten Daten und Datenvisualisierung durch Z2Data, mit unseren Workflows oder weiteren Additions, die wir heute schon anbieten, wie zum Beispiel On-Premise-Hosting oder ähnliches. Das wird so einer der nächsten Schritte sein, auf den wir uns fokussieren, hier wirklich die Zusammenarbeit noch besser zu gestalten, als wie sie eigentlich heute schon funktioniert.

(31:34 - 33:36)
Und von da aus noch einfach größere Schritte zu gehen und den Kunden noch besser zu unterstützen. Sehr spannend. Da können wir gespannt sein, was kommt.

Jetzt auch vielleicht so der Blick auf dich. Was treibt dich so persönlich an, so bei dem Thema Obsolescence-Management immer weiter zu machen? Ich liebe einfach dieses Thema. Ich muss es wirklich so sagen.

Und alleine das zu sehen bei deiner Einstiegsfrage oder bei einer deiner ersten Fragen, da hast du gesagt, Mensch, wie hat sich denn der Markt verändert? Das zu sehen seit nunmehr ja doch über 20 Jahren, wie Obsolescence-Management-Unternehmen erfolgreich unterstützt, also auch wirklich die Benefits herausgearbeitet, glückliche Firmen zu sehen, die, wenn sie es denn einmal im Griff haben, hier wirklich ganz, ganz schnell tolle Ergebnisse, Effizienzbooster und Ähnliches erreichen und einfach Teil davon zu sein, von einer noch nicht fertigen Management-Disziplin und hier mitwirken zu dürfen. Mit tollen Leuten, mit denen man sich unterhalten darf, mit immer wieder neuen Ideen, die reinkommen, von den verschiedensten Seiten, mit jedem Gespräch auf jeder Konferenz, mit Kunden, Lieferanten oder mit Gesprächen mit dir. Es kommen immer wieder neue Impulse.

Und von dieser Evolution ja eigentlich fast im Obsolescence-Management damit wirken zu dürfen, das treibt mich einfach an. Also wenn ich so zusammenfassen darf, dieses Gestalten, Pionier sein und das Thema so vorantreiben, so von der Pike auf. Total.

Und wirklich dann zu sehen am Ende des Tages, dass es wirklich was bringt. Es ist ein Mehrwert, genau. Ja, das ist aus meiner Sicht auch immer das Entscheidende.

Es muss Wert von den Kunden sein, weil die Kunden zahlen unsere Gehälter. So ist es nun mal. Da gebe ich dir absolut recht.

Mehrwert aber allerdings auch, ich meine, das könnte man jetzt noch weiter spinnen, im Sinne auch wirklich einer doch mehr, jetzt habe ich mich gerade so ein bisschen verhastelt, aber es ist vielleicht auch in Ordnung, ich fälle jetzt gerade das Wort nicht ein, aber auch im Sinne der Nachhaltigkeit, nicht nur für nachhaltige Technologien. Nachhaltig wirtschaften. Nachhaltig wirtschaften, aber auch Nachhaltigkeit im Sinne von Green.

(33:36 - 33:49)
Wenn auch Sustenzmanagement gut betrieben wird, kann ich Produkte teilweise länger auf dem Markt anbieten, um so ein bisschen aus dieser Wegwerfgesellschaft wegzugehen. Selbst diesen Aspekt darf man hierbei nicht unterschätzen. Nee, das kann ich mir wirklich gut vorstellen.

(33:50 - 34:25)
Wenn wir jetzt noch mal so zurückgucken, auf jetzt die ganze Zeit, 15, 20 Jahre, fallen dir so ein paar Aha-Momente ein, die du hattest in der Zeit bei Amwes, wo so der Knoten geplatzt ist. Aha-Momente, ich glaube, die kann ich, so viele Hände habe ich gar nicht, dass ich die aufzählen könnte und auch schon vor den Zeiten von Amwes, wirklich Aha-Momente, ganz ganz viele. Das war auch ein Beratungsansatz, das ist auch nie immer perfekt im Software-Development, es läuft nie immer alles perfekt, aber ich glaube, diese Ability, die man sich dann auch entwickeln muss, wirklich aus Fehlern zu lernen, keiner ist fehlerfrei, heißt so viele Aha-Momente kann ich gar nicht aufzählen.

(34:26 - 34:34)
Du musst gleich mal träumen jetzt. Ja, ich mache viele Fehler. Kann ich jetzt spontan tatsächlich gar nicht, so diese herauszuarbeiten.

(34:37 - 35:27)
Alles gut, aber ich kann mir vorstellen, diese konstante Weiterentwicklung immer wieder Neues zu entdecken. Ich merke es auch bei mir. Ein witziger Aha-Moment, aber das wirst du auch schon in deiner Beratungstätigkeit gesehen haben, ist auch der Fehler, nicht zu zentralisieren, wirklich in Datensilos zu arbeiten, weil man gebe zwei Personen die gleiche Aufgabe, die aber zum Beispiel nichts voneinander wissen, die werden mit unterschiedlichen Ergebnissen um die Ecke kommen und das haben wir wirklich bei einigen Unternehmen sichtbar gemacht, dass zum Beispiel eine Abkündigung im Engineering landet und die gleiche Abkündigung in der Produktion und beide Abteilungen kommen mit unterschiedlichen Lösungen zurück, weil die Produktion möchte die Produkt-Capability absichern, die bevorratet sich dann einfach nochmal, während sie gegen Engineering schon lange eine Alternative qualifiziert haben und es ist wirklich ärgerlich und es sind verbrannte Ressourcen, wenn man diese Personen nicht zusammenbringt, dass sie gemeinsam an einer nachhaltigen Lösung arbeiten.

(35:27 - 35:59)
Das leitet eigentlich sehr gut zu meiner nächsten Frage über, es geht ja ganz oft um Obsolescence-Management, um diese Obsolescence-Management-Organisation, die zusammenarbeitet aus den verschiedenen Abteilungen. Wie siehst du das oder auch bei deinen Kunden, legst du denen das nahe, dass sie sagen, baut sowas auf, baut Gremien auf, vormiteinander spricht, dass diese ganzen Informationen aus den unterschiedlichen Silos, aber auch Abteilungen zusammenkommen? Also sprechen hilft meistens, das ist schon mal ein sehr guter Ansatz. Es gibt nicht den perfekten Aufbau.

(36:00 - 36:34)
Ich würde jetzt, und das kommt auf die, also ich kann keine generelle Aussage treffen, weil das sehr auf die Unternehmenskultur, Struktur, wie ein Unternehmen aufgebaut ist, internationales Unternehmen, hat es mehrere Standorte, also es gibt nicht diesen Ansatz. Ob es jetzt ein zentrales Gremium sein muss oder ob unterschiedliche Obsolescence-Aktivitäten auch in verschiedensten Abteilungen angehängt sind, muss man wirklich im Individualfall schauen, wo ist es im Unternehmen am besten angehängt für den jeweiligen Kunden. Wie auch immer, diese gemeinsame Kollaboration über verschiedene Abteilungsebenen hinweg, weil keine Abteilung alleine wird das Thema alleine lösen können.

(36:34 - 36:44)
Ich werde immer gute Ingenieure brauchen aus meinem Team, die das Produkt kennen. Ich muss auch mit dem Kunden kommunizieren, heißt ich muss mit Produktmanagement und Sales miteinbinden. Einkaufen darf ich natürlich auch nicht vergessen.

(36:44 - 37:04)
Das sind die, die wirklich das Marktverständnis haben. Diese Information möchte ich ebenso haben. Qualitätsabsicherung, Requalifizierung, am Ende des Tages wohl auch das Management, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen über Budgetplanung und Ähnliches, heißt es, es ist wirklich eine querschnittliche Funktion, wo man nicht eins zu eins sagen kann, das muss jetzt irgendeiner Stabstelle aufgehängt werden oder es ist am besten im Einkauf oder in der Entwicklung, wie auch immer.

(37:05 - 37:20)
Da gibt es die unterschiedlichsten, ich habe das schon in vielen Abteilungen sehr wunderbar funktionieren gesehen. Wichtig ist aber, dass diese Abteilungen wirklich miteinander arbeiten. Am Ende spielt eigentlich, ist gar nicht so wichtig, wo ich etwas aufhänge, aber diese Abteilung muss Zugriff haben auf andere Abteilungen.

(37:20 - 37:48)
Und teilweise scheitert es ja schon daran, dass man zum Beispiel keine Unterstützung aus der Entwicklungsabteilung bekommt, weil einfach keine Kostenstelle vorhanden ist, wo entsprechend die Stunden drauf gebucht werden können. Wahnsinn, so simple Sachen, wo es denn teilweise schon daran scheitert, in der Kommunikation unterstützt werden möchte, aber es nicht kann, weil die Strukturen im Unternehmen, die Organisation entsprechend leider noch nicht so aufgebaut ist. Ja, ich denke auch, wenn ich so zurückgucke, ich fand es auch immer sehr spannend.

(37:48 - 38:05)
Ich bin eher generalistisch aufgestellt und ich fand es immer sehr spannend, weil du halt auch in operativen Projekten mit so vielen Stellen zusammenarbeitest, du rückschaust überall Einblicke. Total. Du schaust mir so viele Schnittstellen, ich sage mal auch, für viele, auch die Zuhörer interessant, aus Karrieresicht ist es auch sehr spannend, innerhalb so einer Organisation.

(38:06 - 38:14)
Du machst so viele Kontakte mit den ganzen Entscheidern in verschiedenen Bereichen, die kennen dich alle. Es ist eine super Chance, um sich auch in einem Unternehmen zu entwickeln. Total.

(38:14 - 38:27)
Und auch Sustenzmanager, die wird es die nächsten Jahre garantiert noch brauchen. Die Technologie wird sich immer schneller weiterentwickeln, sichert uns den Job, aber auch den ganzen anderen guten Sustenzmanagern, die so da draußen unterwegs sind. Und nochmal, es ist ja ein total interessantes Thema.

(38:27 - 38:47)
Jeder kann noch mitgestalten. Das ist sicherlich noch nicht fertig, Eigenideen mit reinbringen, mit Organisationen gemeinsam zu arbeiten, an tollen Konferenzen teilzunehmen. Also ich glaube, jeder, der sich heute dafür entscheidet, Sustenzmanager oder Managerin zu werden oder sich da weiterzubilden oder Ähnliches, dem stehen goldene Zeiten bevor.

(38:49 - 39:10)
Ja, was würdest du vielleicht jetzt jemandem Jungen, der überlegt, in den Bereich zu gehen, mitgeben? Was sollte er sich so fokussieren? Wie kann er es starten? Wie kann er es anfangen zu lernen? Also ich glaube, diesen Standardausbildungsweg gibt es gar nicht. Ich müsste jetzt nicht sagen, es muss jetzt ein Ingenieurstitel dahinter stehen. Ein bisschen Erfahrung sollte man vielleicht schon mitbringen.

(39:11 - 39:19)
Auch wenn nochmal ein Obsoleszenzmanager, eine Managerin das Problem ja nicht allein löst. Ein bisschen Verständnis. Wie funktioniert der Markt? Wie funktioniert Einkauf? Vielleicht auch ein bisschen Verständnis.

(39:19 - 39:34)
Wie funktionieren Produkte? Wie funktionieren Developmentabteilungen und Ähnlichen? Wie baue ich aber auch Managementprozesse aus? Also hier so ein Grundwissen mitzubringen. Und ich glaube, es gibt ein Requirement, was ich auch immer sehr gerne in meinen Kursen predige. Es ist ein Requirement, das sollte jeder mitbringen, der sich mit Obsoleszenzmanagement beschäftigt.

(39:34 - 39:53)
Das ist emotionale Intelligenz. Was meine ich damit? Wenn man mit einem Unternehmen anfängt, hier gute Systeme auszurollen, Software zu implementieren, die Prozesse zu definieren, ist das am Anfang schon noch so ein bisschen Tür aufstoßen. Weil es erst mal vielleicht sogar als nervige Tätigkeit gesehen wird von anderen Abteilungen.

(39:54 - 40:14)
Aber auch da Good News über die Zeit hinweg. Wenn sich Obsoleszenzabteilungen zum Beispiel wirklich als interne Service-Dienstleister etabliert haben, werden die wahnsinnig gerne angenommen. Aber in den ersten Entscheidungs-Findungsrunden oder Überzeugungsrunden ist natürlich die emotionale Intelligenz wahnsinnig wichtig, die man mitbringen sollte einfach.

(40:15 - 40:30)
Und lernen kann man alles, auch Obsoleszenzmanagement. Ja, ich denke, was da auch total spannend ist, so nach einer Zeit lernen die auch den Wert von den Obsolesznenzmanagern. Weil die haben halt ganz oft einen Blick in alle Datenfilos und können dir halt sehr schnell sehr spezielle Informationen verschaffen.

(40:30 - 40:45)
Total, das aus vielen Abteilungen dann später kommt, wenn das mal sauber funktioniert. Mensch, da gibt es Obsoleszenz Manager und Managerinnen, die können mir ja helfen. Ja, lass uns aber auch so noch jetzt den Blick machen in Richtung, was gibt es so für Organisationen, die dir da helfen können.

(40:45 - 40:58)
Ich sag mal, wir sind hier bei der IIom in Paris, kann ich jedem empfehlen, gerade auch am Anfang hierher zu kommen, Workshops zu besuchen. Aber auch vielleicht so den Blick auf das deutsche Chapter, die COGD. Wie hat sich das so mit Amsys und der COGD entwickelt? Ihr seid ja auch schon sehr lange dabei.

(40:58 - 41:08)
Wir sind schon sehr lange dabei, ich selbst auch schon. Das ist mittlerweile die dritte Firma. Bin nicht ganz Gründungsmitglied, aber ich habe neulich auch mit der Geschäftsstellenleiterin ein tolles Gespräch.

(41:08 - 41:24)
Ich habe ein 20-jähriges Jubiläum gerade, habe da noch tolle alte Bilder auch gesehen und ähnliches. Ist für uns ja mittlerweile fast wie ein großes Familientreffen. Diese Organisationen aber, um deine Frage zu beantworten, sind unglaublich wichtig für die Weiterbildung, für den Austausch untereinander.

(41:24 - 41:52)
Weil auch bei der COGD, Component Obsolescence Group Deutschland, sowie auch bei der IIOM, es ist ein wunderschöner Mix aus Lösungssuchenden und Lösungsanbietern. Und ich glaube, auf jeder Konferenz, aus jedem Treffen, aber auch dem digitalen Austausch, der stattfindet, kommen immer wieder neue Impulse, neue Ideen. Heißt, die Mitgliedschaft lohnt sich hier auf alle Fälle, weil warum muss man im stillen Kämmerlein das Rad einfach nochmal erfinden, wenn man doch durch den offenen Austausch mit neuen Ideen hier einfach viel schneller zu einem besseren Ergebnis kommt.

(41:53 - 42:09)
Kann ich nur so unterstreichen, was ich auch immer sehr spannend finde, so mal ein Best-Practice aus einer anderen Branche zu hören. Wie machen die das? Kann ich das vielleicht jetzt auch auf meine Branche, zum Beispiel Luftfahrt, aus dem Transportbereich, Zugbereich übernehmen? Vielleicht haben die da schon was gemacht. Das ist das Gleiche, was wir eigentlich auch bräuchten.

(42:09 - 42:17)
Ja, total. Das, was wir ja auch mit unseren Beratungen, sei es du oder wir, mit der Software machen. Wir haben ja das Glück, in so viele schöne verschiedene Branchen Einblick zu haben.

(42:17 - 42:39)
Und es gibt überlappende Punkte, die dann, auch wenn sie erstmal per se unterschiedlich sind, aber dann doch zumindest mal ähnlich, wie du eben gesagt hast, in der Luft- und Raumfahrtindustrie mit der Zugtechnik, Bahntechnik. Es sind sehr sicherheitsrelevante Komponenten, die wir da sprechen. Das kann ich aber genauso auf den Automotive-Bereich, auf den MedTech-Bereich für Öl und Gas allgemein oder Renewable Energies auch übertragen.

(42:40 - 43:11)
Und das ist wahnsinnig gut. Organisationen helfen da, natürlich. Definitiv.

Ja, vielleicht nochmal so ein Blick generell, so die Lage im Obst- und Leistungsmanagement. Nimmst du das auch so wahr, dass so die ganzen PCNs, PDNs immer mehr werden, dass die Zyklen kürzer werden? Was sind da so eure Erfahrungen aus den Kundenprojekten? Also erstmal, sie werden mehr, ja. Das ist einfach aber auch, weil Lebenszyklen kürzer werden.

Absolut richtig. Sie werden aber auch mehr, weil immer mehr Hersteller natürlich auch überhaupt erstmal PCNs, PDNs herausgeben. Also das spiket dadurch natürlich nochmal doppelt so ab.

(43:11 - 43:18)
Es gibt ja auch noch so einen Anteil, wo überhaupt nichts gemacht wird. Das ist einfach abgekündigt ohne Meldung. Ja, wir haben auch heute wieder über aktuelle Zahlen hier gehört.

(43:18 - 43:31)
Ein Drittel ungefähr war es. Ja, ein Drittel bis fast 40 Prozent oder ähnliches, dass Einheiten einfach vom Markt verschwinden, ohne dass vor einem Abkündigung oder Änderung, wie auch immer, wenn man das nur klassifizieren möchte, herausgegeben wird. Und das liegt ja ganz einfach daran.

(43:31 - 43:48)
Heute zumindest gibt es keine rechtliche Grundlage, dass man überhaupt abkündigen muss. Hier sind wir wieder bei Individualverträgen, um sowas abzusichern. Aber auch hier helfen ja wieder internationale Standards, wie die 6-4-0-2, der Obsoleszenzmanagementstandard, der jetzt auch in weitere Teile wieder runtergebrochen wird.

(43:48 - 44:01)
Macht wahnsinnig Spaß, übrigens auch in der Normung mitzuarbeiten an dieser Stelle. Ich muss gestehen, für mich wirkt das sehr abschreckend, so viele Meetings. Und du musst dich halt dann so um einzelne Stellen streiten, denke ich.

(44:01 - 44:14)
Aber es kann natürlich auch richtig spannend sein, da so richtig tief reinzugehen. Also ich bewundere dich das. Und streiten macht auch Spaß.

Es gibt eine goldene Regel, auch in der internationalen Standardisierung. Man muss Konsensus finden. Das ist immer das gemeine Ziel.

(44:14 - 44:28)
Die Meinung eines Einzelnen ist gar nicht so wichtig. Und dann kann man auch streiten auf einer tollen technischen Ebene, weil jede Meinung zählt erstmal. Und das sind ja auch die internationale Gremien, auch hier das Feedback zu bekommen.

(44:29 - 44:46)
Und wenn dann nach einigen Jahren Arbeit endlich ein Standard rauskommt, und man hat vielleicht sogar Teile davon mitgestalten dürfen, man sieht seine eigene Handschrift sozusagen wieder drin. Das macht einen natürlich auch wahnsinnig stolz. Ja klar, es ist wie eine eigene Firma, so ein bisschen wie ein Baby, was man dann auch so hat.

(44:46 - 44:56)
Total. Nee, klar. Und ich kann mir auch gut vorstellen, wenn du mal so durchblicken lassen möchtest, wir haben bestimmt auch über einzelne Sätze wochenlang diskutiert.

(44:56 - 45:02)
Total. Und auch da mussten wir auch mal die Entscheidung treffen, dass wir vielleicht mal falsch abgebogen sind. Ja, Rolle rückwärts.

(45:03 - 45:21)
Auch in der Definition, die jetzt auch noch mal revidiert werden. Also Standards werden so alle acht Jahre, kann man so nach dem Daumen eigentlich so sagen, kommen wieder so neue Revisionen raus. Und klar, wir sind jetzt gerade wieder in einer Revisionsschleife und hoffen dann, die 60402 demnächst dann auch wieder in drei Teile dann sogar auszubilden.

(45:21 - 45:29)
Das wächst sogar weiter, neu rauszubringen. Das ist da vielleicht so ein ganz kurzer Einblick, die Besonderheit. Und heutiger Stand zu dem, wie es werden soll.

(45:29 - 45:39)
Also nur so ein paar Denkanstöße für die Zuhörer. Also heute gibt es ein Teil, die IEC 60402. Die wird auch so bleiben, natürlich noch mal überarbeitet, weil klar, die DRELT hat sich auch da weitergeredet.

(45:39 - 45:51)
Wir wollen diesen Standardteil Policy, Plan und Process noch mal besser machen. Es wird dann noch einen weiteren Teil 2 geben zu diesem Standard. Da wird dann über Kosten und Kostenvermeidung standardisiert gesprochen, wie ich das aufsetzen kann.

(45:52 - 46:12)
Natürlich auch eine tolle Hilfestellung nachher für Unternehmen. Und der letzte Teil, da wird es darum gehen, wie man Abkündigungen und Änderungen in digitalen Formaten durch die Supply Chain transformieren kann und dem damaligen deutschen Standard, die VdA Maaz HOFER 903, jetzt hier auf das internationale Parkett hebt. Und das wird den Teil 3 der 60402 dann abbilden.

(46:12 - 46:30)
Das ist auch eine tolle Entwicklung, weil in Deutschland der verbreitet, aber gerade so in Konzernen, die international arbeiten, hat man eine Schwierigkeit zu sagen, nutzt diesen deutschen Standard. Unternehmen in Amerika, Frankreich. Total richtig, auch wenn er in der jetzigen 60402 sogar schon referenziert ist.

(46:30 - 46:42)
Nein, das wird dem Ganzen noch mal eine ganz andere Ebene geben. Noch mal, es ist keiner rechtlich dazu verpflichtet, Abkündigungen und Änderungen überhaupt erst mal rauszugeben. Aber ich kann natürlich auch diese Standards nehmen, um meine Verträge vielleicht besser zu machen.

(46:42 - 46:56)
Klar, sagt, wir wollen uns an den Passus von dem Standard orientieren, von einzelnen Teilbereichen zum Beispiel. Absolut. Und wenn man gute Standards liest, hilft es mir auch, bessere Prozesse innerhalb internen Unternehmen aufzubauen, aufzusetzen.

(46:56 - 47:14)
Weil neben dem, dass es natürlich ein Datentransportstandard ist, muss man ja fast sagen, brauche ich ja auch die gleichen Datenfelder sozusagen, auch um interne Workflows wieder zu steuern und daraus wieder Sachen abzuleiten. Also man wird mit Standards an die Hand genommen, wollte ich gerade sagen. Leitplanken ist ja ziemlich ähnlich eigentlich da an dieser Stelle.

(47:14 - 47:46)
Ja, lasst uns jetzt zum Abschluss noch so ein bisschen kürzlich in die unternehmerische Ebene eintauchen. Was bedeutet für dich so Verantwortung? Wenn wir mal so gucken auf eure Kunden, aber auch eure Mitarbeiter. Wie lebt ihr Verantwortung? Wir leben wirklich Verantwortung.

So muss man es ja sagen. Nein, wenn man was nicht gut läuft, und das kann sein, das kann innerhalb eines Unternehmens sein, das kann auch mal mit einem Kunden sein, weil man vielleicht aneinander vorbeigesprochen hat. Es wird ja noch nicht mal Böswilligkeit da irgendwo unterstellt, dass man dann auch wirklich die Verantwortung übernimmt.

(47:46 - 48:00)
Und das machen wir auch mit unseren Kunden, dass wir sagen, wenn mal was nicht schiefläuft, okay, dann ist es unsere Aufgabe, das wieder richtig zu machen. Und das ist natürlich auch innerhalb unseres Unternehmens, auch mit Mitarbeitern und Ähnlichem. Es muss nie immer alles gut laufen.

(48:01 - 48:04)
Das heißt jetzt nicht, dass wir nur Fehler machen. Oh Gott, bewahre, nein. Aber wirklich auch dafür einzustehen.

(48:04 - 48:14)
Wird ja nicht mehr am Markt. Nein, auch dann wirklich dafür einzustehen. Und das ist ein schöner Vergleich, dass du gerade sagst, sonst wären wir nicht mehr am Markt.

(48:15 - 48:30)
Die Obsolescence-Community, sei sie global, so wie sie auch ist, ist eine kleine Community. Heißt, würde man nicht wirklich hinter dem stehen und auch für Fehler eingestehen, Verantwortung übernehmen, dann macht das so schnell die Runde und man gefährdet sein eigenes Business. Heißt, das ist nicht optional.

(48:31 - 48:48)
Man muss Verantwortung übernehmen für sein eigenes Handeln, beruflich sowie auch privat, glaube ich. Ja, ich persönlich finde so den Gedanken von Verantwortung wunderbar. Und auch wenn Verantwortung vielleicht einmal als Last wahrgenommen wird, weil das ist ja wirklich teilweise so, muss man auch sagen, erst außerhalb der eigenen Komfortzone fängt der Spaß ja wirklich an.

(48:49 - 48:57)
Richtig. Und schlussendlich, wenn man Verantwortung hat, dann kann man sich gewiss sein, man tut was. Man gestaltet.

(48:57 - 49:13)
Man gestaltet was mit und man bekommt auch wieder was zurück. Ja, und jetzt noch so als letzte Frage. Was reizt dich besonders am Unternehmertum? Oder hast du dich proaktiv dafür entschieden oder bist du so reingestolpert? Tatsächlich, nein, proaktiv.

(49:13 - 49:24)
Ich komme nicht aus einer Unternehmerfamilie oder Ähnliches. Ja, mehr oder weniger fast reingestolpert. Und auch da wieder mit tollen Leuten, in dem Fall mit meinem Mitbegründer, mit dem Hans-Georg.

(49:25 - 49:35)
Wir haben uns kennengelernt, wir haben die gleichen Mindset geteilt und Ähnliches und dann ist es so ein bisschen dazu gekommen. Ich möchte das aber nie wieder rückgängig machen an dieser Stelle. Das war eine total tolle Entscheidung.

(49:36 - 49:46)
Man lernt wahnsinnig viel. Also im Unternehmertum, wie man Sachen macht, wie man auch Sachen nicht macht oder Ähnliches. Und man kriegt Einblicke in Industrien.

(49:46 - 49:55)
Man entwickelt auch eigene Fertigkeiten und Fähigkeiten nochmal. Und das lernt man auch nicht auf der Universität oder Ähnliches. Das hat einem nie jemand beigebracht.

(49:55 - 50:05)
Das ist wirklich Learning by Doing. Und morgens aufzuwachen und noch nicht ganz so genau zu wissen, was genau jetzt am Tag abläuft oder Ähnliches. Das reizt doch jeden Tag wieder aufs Neue.

(50:06 - 50:21)
Mitentscheiden zu dürfen, sich aber auch beeinflussen zu lassen, super Feedback bekommen, in Teams zusammenzuarbeiten. Und ich glaube, das war auch einer der Gründe, dass der Mindset auch stimmt, warum wir uns zum Beispiel auch dazu entschieden haben. Weil das war auch nicht geplant, dass wir zum Beispiel irgendwann mal acquired werden jetzt von Z2Data.

(50:21 - 50:33)
Man arbeitet mit Menschen und ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig. Und wir durften über die letzten Jahre, wie gesagt, unseren neuen Kollegen von Z2Data oder zumindest Teile davon schon kennenlernen. Und der Mindset hat auch einfach gepasst an dieser Stelle.

(50:33 - 50:44)
Ganz, ganz tolle Leute. Und wir sharen da wirklich auch die gleichen Values und haben ähnliche Vorgehensweisen und Ähnliches. Auch das macht wahnsinnig viel Spaß.

(50:44 - 50:57)
Nick, kann ich nur so unterstreichen. Für mich persönlich sind es auch so die Möglichkeit, einfach Ideen auszuprobieren und umzusetzen. Also auch der Podcast hier Next Cycle war eine ganz spontane Idee, die ich einfach zu Leben erweckt habe.

(50:57 - 51:03)
Dominik, ich habe es dir schon am Telefon gesagt, als du mich eingeladen hast, da ob ich heute mit teilnehme. Ich bin begeistert. Das ist eine gigantische Idee.

(51:04 - 51:19)
Ich bin gespannt, wie es ankommt, aber ich bin mir ziemlich sicher, sehr, sehr gut und freue mich hier schon, Feedback zu bekommen und mir die weiteren Staffeln anzuhören, wenn sie dann mal erscheinen. Ja, das wird sich leider noch ein bisschen ziehen, weil es ist echt viel Arbeit noch von den Cutter. Der Arme, also hier auch an den Cutter.

(51:20 - 51:26)
Du machst es schon. Nein, ich danke dir, dass du da warst. Es war wieder ein sehr, sehr inspirierendes Gespräch mit dir.

(51:26 - 51:38)
Und ich bin mir sicher, wir werden zum ein oder anderen Thema auch in Zukunft mal sprechen und freue mich, dich hier auch bei den Zuhörern wieder begrüßen zu dürfen, um dich natürlich auch zu sehen. Dominik, jederzeit. Ich freue mich auf unseren weiten Austausch.

(51:38 - 51:48)
Den Austausch auch mit den Zuhörern vielleicht im Nachgang hierzu. Ja, auch in den Kommentaren vielleicht. Super.

Vielen, vielen Dank, dass ich mit dabei sein durfte. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Die Zeit ist wirklich einfach total schnell vergangen.

(51:49 - 51:51)
Und das ist immer ein sehr gutes Zeichen. Ich danke dir. Merci, Dominik.

NextCycle #006 – Wandel mit Wirkung: Björn Bartels über Amsys, Z2data & Obsolescence Management
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